Die Giftinjektion
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Wichtige
Hinweise
Sie kommt in den USA in fast allen Bundesstaaten zum Einsatz, da sie den
Behörden als saubere und wenig grausame Hinrichtungsmethode erscheint.
Allerdings ist auch die Giftinjektion alles Andere als human und sauber. Zwar
scheint der Delinquent während der Hinrichtung ruhig auf der Bahre zu liegen
und keinerlei Schmerzen zu empfinden, allerdings kann niemand genau sagen, ob
dies tatsächlich der Fall ist. Denn der Gefangene erhält Gifte, welche seine
Muskulatur lähmen, so dass er auch dann keinen Schmerzensschrei ausstoßen oder
eine Miene verziehen kann, wenn er grausame Schmerzen verspürt. Zwar erhält der
Delinquent auch ein starkes Narkosemittel. Dieses wird jedoch häufig nicht
ordnungsgemäß dosiert, so dass es nicht immer ordnungsgemäß wirken kann. Somit
muss man damit rechnen, dass auch bei einer Giftinjektion dem Delinquenten
grausame Schmerzen zugefügt werden, welche für die Beobachter jedoch nicht zu
erkennen sind, da die Muskulatur des Delinquenten gelähmt wird.
Der Bundesstaat Texas war Anfang der achtziger Jahre der erste Staat, welcher
mit dieser damals neuen Methode einen Gefangenen zu Tode brachte.
Der Delinquent wird auf eine Liege festgeschnallt. In jeden seiner Arme wird
ein intravenöser Zugang (eine Infusionsnadel in die Vene) gelegt. Zum Einsatz
gelangt lediglich ein Zugang, der andere dient als Ersatzzugang, falls es zu
Problemen kommen sollte. An die Zugänge werden Schläuche angeschlossen, welche
in einen Nebenraum geführt werden. Über dieses Schlauchsystem werden aus dem
Nebenraum heraus später die Gifte mittels Spritze in den Körper des Gefangenen
geleitet.
Nun erhält der Gefangene eine Kochsalzinfusion zur Vorbereitung der Blutgefäße
und Reinigung der Schläuche. Ist diese erfolgt, so wird er an ein EKG-Gerät
angeschlossen, mit dessen Hilfe später der Tod diagnostiziert wird. Das
EKG-Kabel wird ebenfalls in einen Nebenraum geführt, von wo aus die
Herzfrequenz überwacht wird.
Jetzt wird den Hinrichtungszeugen die Sicht auf den Delinquenten freigegeben.
Er kann sein letztes Statement abgeben. Ist dies geschehen, werden die Gifte
über das Schlauchsystem in die Vene des Gefangenen eingeleitet. Der Tod tritt
etwa zwei bis zehn Minuten nach Beginn der Giftinjektion ein.
- Natriumpenthotal (Narkosemittel als Einschlafmittel),
- Pancuroniumbromid (entspannt und lähmt die Muskulatur) sowie
- Kaliumchlorid (stoppt den Herzschlag).
Die letzten beiden
Präparate wirken absolut tödlich. Ob Natriumpenthotal als Einzelgabe bereits
tödlich wirkt, ist derzeit nicht bekannt. Einige US-Bundesstaaten verabreichen
zusätzlich zu den vorgenannten Mitteln auch noch eine Überdosis eines
Anti-Allergikums, um Würge- oder Hustenanfälle des Gefangenen zu verhindern.
Die Zugänge werden von medizinisch angelernten Laien gelegt. Auch die
Verabreichung der Gifte erfolgt grundsätzlich durch angeleitete Laien. Somit
versteht es sich von selbst, dass Fehler bei der Dosierung der Gifte sowie bei
der Anlegung der Zugänge begangen werden, was immer wieder zu schwerwiegenden
Zwischenfällen führt.
So gelang es den angelernten Laien bei einer Hinrichtung im Bundesstaat Indiana
nicht, geeignete Venen zur Giftinjektion zu finden. Trotz Mithilfe des
Delinquenten wurde auch nach fast einer Stunde keine geeignete Vene gefunden.
Schließlich mußte ein Arzt herbeigerufen werden, welcher dann einen
Herzkatheter legte, durch den dann die Gifte direkt in das Herz des
Verurteilten eingeleitet wurden. Etwa 90 Minuten nach Beginn der Hinrichtung
trat der Tod ein. Während dieser 90 Minuten musste der Gefangene bei vollem
Bewußsein die fehlgeschlagenen Hinrichtungsprozeduren über sich ergehen lassen.
Bei einer Hinrichtung in Texas rutschte während des Giftflusses der Zugang aus
der Vene. Die Gifte ergossen sich auf den Fußboden.
In einem anderen Fall lebte der Gefangene trotz Giftzufuhr auch nach zwanzig
Minuten noch. Erst nach weiteren zehn Minuten bemerkte man, dass die Fesseln zu
fest angezogen waren und keine ordnungsgemäße Blutzirkulation zuließen. Das
Gift konnte somit nicht wirken. Erst nachdem die Fesseln gelockert wurden, trat
der Tod ein.
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