Der elektrische Stuhl
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Wichtige
Hinweise
Noch vor wenigen Jahren gab es in den USA zahlreiche Staaten,
welche Todeskandidaten auf dem elektrischen Stuhl töteten. Heute richtet nur
noch der US-Bundesstaat Nebraska Gefangene durch Stromstöße hin (der
Fachausdruck für Hinrichtungen auf dem elektrischen Stuhl heißt
"Elektrocution").
Selbst starke Befürworter der Todesstrafe bezeichnen den elektrischen Stuhl
mittlerweile als grausam und brutal.
Der Stuhl kostet etwa 35.000 $, der benötigte Starkstom ungefähr 30 Cent.
Die erste Hinrichtung mit dem elektrischen Stuhl erfolgte am 6. August 1889 in
der New Yorker Haftanstalt Auburn.
Vorbereitungen
Bevor der Gefangene in den Hinrichtungsraum geführt wird,
werden ihm das Kopfhaar sowie die Augenbrauen abrasiert. Diese Maßnahme
erfolgt, damit Kopfhaar und Augenbrauen nicht in Brand geraten. Außerdem wird
eine Hose für die Hinrichtungsprozedur präpariert, indem man ein Hosenbein in
Höhe des Knies abtrennt. Dies geschieht, damit die stromführende Elektrode
später an der Wade des Delinquenten befestigt werden kann. Da sich Darm und
Blase im Todeskampf entleeren, muss der Gefangene Kunststoffwindeln tragen.
Hierüber muss er sich die präparierte Hose überziehen. Der Delinquent hat
Stoffschuhe zu tragen.
Nachdem der Gefangene seine letzten Worte gesprochen hat, wird er mit
Lederriemen an den Stuhl gefesselt. Damit den bei den Hinrichtungen anwesenden
Zeugen grausame Leidensmienen des Verurteilten erspart bleiben, wird ihm eine
Stoffmaske über das Gesicht gezogen.
Dann wird eine Art Stahlhelm auf dem kahlgeschorenen Schädel platziert und mit
Riemen fixiert. Dieser Helm enthält einen nassen Schwamm, welcher direkten
Kontakt zur Kopfhaut und zu den stromführenden Teilen des Helms hat. Mit Hilfe
dieses Schwamms wird die elektrische Leitfähigkeit des Körpers erhöht. Eine
Elektrode wird auf dem Stahlhelm befestigt. Sie leitet die Elektrizität in den
Helm. Eine weitere stromführende Elektrode wird an der Wade des Verurteilten
befestigt.
Nun wird das Absauggebläse an der Decke des Hinrichtungsraums eingeschaltet. Es
soll den bei der Hinrichtung entstehenden Rauch absaugen und somit den Geruch
verbrannten Menschenfleisches möglichst schnell neutralisieren.
Die Hinrichtung
Auf Geheiß des Gefängnisdirektors schaltet der Henker nun den
Strom ein. Insgesamt erhält der Delinquent drei Stromstöße von etwa 1.200 Volt.
Jeder dieser Stromstöße dauert etwa eine Minute. Nach jedem Stromstoß folgt
eine 10 bis 30 Sekunden andauernde Pause.
Nach dem dritten Stromstoß prüft ein Arzt, ob der Delinquent noch lebt. Ist
dies der Fall, so erhält der Gefangene wiederum Stromstöße nach vorgenanntem
Muster. Diese Prozedur wird bei Bedarf so oft wiederholt, bis der Verurteilte
letztendlich stirbt.
Fehlgeschlagene Hinrichtungen
Hinrichtungen auf
dem elektrischen Stuhl schlagen oftmals fehl. Recht häufig kommt es vor, dass
die beschriebenen drei Stromstöße nicht ausreichen, um den Gefangenen zu töten.
So geschehen bei der Hinrichtung des John Evans in Alabama. Nach Verabreichung
des ersten Stromstoßes bäumte sich der Körper des Gefangenen auf, Funken
sprühten um den Schädel und die Elektrode an der Wade. Die Elektrodenhalterung
an der Wade brannte durch; schließlich fiel die Elektrode selbst auf den
Fußboden. Unter der Maske lief Speichel hervor - und Evan's Herz schlug
weiterhin...
Nach dem zweiten Stromstoß züngelten kleine Flammen am Kopf. Aus den Elektroden
stieg Rauch auf. Evans lebte noch immer...
Trotz eines Appells seitens des Verteidigers, jetzt Gnade walten zu lassen,
entschied Gouverneur Wallace, die Hinrichtung weiterzuführen. Nun folgte ein
dritter Stromstoß und neun Minuten später wurde der Tod des Verurteilten
festgestellt.
Auch der 17jährige Willie Francis erlebte bei seiner Hinrichtung 1946 im
US-Bundesstaat Louisiana eine Folter, wie sie grausamer kaum sein könnte.
Nachdem der Stromschalter betätigt worden war, spannte sich Francis's Körper,
die Lippen schwollen an. Aber der Tod trat nicht ein. Nun überlegte man, die
Stromstärke zu erhöhen, was sich jedoch als technisch unmöglich herausstellte.
Mit den Worten "Hört auf. Laßt mich Luft holen!" forderte Francis den
Henker auf, die Prozedur abzubrechen. Daraufhin erging die Order, die
Hinrichtung abzubrechen und den Gefangenen in seine Zelle zu führen.
"Ich sah kleine blaue, rosa und grüne Punkte und fühlte ein Brennen in
meinem Kopf und am linken Bein" berichtete Francis später.
Ein Jahr später unternahm der Staat Lousiana einen erneuten Versuch, Francis
hinzurichten - diesmal mit Erfolg.
In anderen Fällen wurden die Gefangenen zunächst minutenlang bei lebendigem
Leibe gekocht - teilweise bei vollem Bewußtsein. Der Tod trat oft erst einige
Minuten nach Beginn dieser Kochprozedur ein. Hierbei kam es auch zu großflächen
Blutungen aus den durch die Hitze geplatzten Blutgefäßen. In einigen Fällen
sollen durch die Wucht des elektrischen Stromes auch die Augäpfel aus den
Augenhöhlen des Delinquenten gerissen worden sein.
Aufgrund der beschriebenen Grausamkeit dieses Hinrichtungsverfahrens schafften
bis auf Nebraska alle US-Bundesstaaten den elektrischen Stuhl als
Hinrichtungsmethode ab. In einigen Staaten ist die Hinrichtung auf dem
elektrischen Stuhl nur noch auf besonderen Wunsch des Todeskandidaten hin
möglich.
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